Viele Einrichtungen im NPO-Bereich stellen derzeit Ihren Jahresabschluss für 2019 auf. Hier stellt sich die Frage, ob und welche Auswirkungen die derzeitige Krise auf das Zahlenwerk und die Berichterstattung hat. Das betrifft einerseits die regelmäßig tangierte wirtschaftliche Lage als auch die avisierten Zahlungen gerade im Gesundheitssektor.

Viele Einrichtungen im Non-Profit-Bereich stellen aktuell ihren Jahresabschluss auf und lassen diesen ggf. durch einen Wirtschaftsprüfer prüfen. Dabei stellt sich die Frage, welche Auswirkungen die aktuelle Situation auf den Abschluss und die weitere Berichterstattung hat. Einerseits sind die Organisationen z.B. durch Schließungen von Einrichtungen z.T. massiv wirtschaftlich betroffen, andererseits sind im Rahmen mehrerer Gesetze eine Reihe von Stützungsmaßnahmen zum Ausgleich dieser Ausfälle avisiert. 

Zunächst stellt die Corona Krise nach allgemeiner Auffassung ein wertbegründendes Ereignis dar, d.h., die Pandemie ist kein Ereignis, dessen Ursache im abgelaufenen Geschäftsjahr liegt, sondern es handelt sich um ein Ereignis des Jahres 2020. Daraus folgt, dass die Krise grundsätzlich keine Auswirkungen auf das Zahlenwerk zum 31. Dezember 2019 hat. Die Bildung von Rückstellungen oder Abwertungen bei Wertpapieren zum Stichtag aufgrund der Pandemie sind daher nicht möglich. Dies bedeutet andererseits aber auch, dass bei Stiftungen die Frage nach dem Erhalt des Stiftungsvermögens stichtagsbezogen beantwortet wird und auch hierauf die Corona-Krise mit massiven Abschlägen am Finanzmarkt keine Auswirkung hat.

Stellt die Non-Profit-Organisation einen Anhang und/oder einen Lagebericht auf, so ist ggf. dort zu berichten. Im sog. Nachtragsbericht im Anhang ist über Vorgänge von besonderer Bedeutung zu berichten, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten und im Zahlenwerk nicht verarbeitet sind. Die Pandemie dürfte im Non-Profit-Bereich und hier insbesondere auch im Gesundheitsbereich regelmäßig von wesentlicher Bedeutung sein, so dass zu berichten ist. Im Lagebericht ist die Prognose- und Risikoberichterstattung betroffen. Hier sind einerseits die Risiken aus der Pandemie (in Einzelfällen auch die Chancen) darzustellen, andererseits ist eine Ergebnisprognose für das laufende Jahr abzugeben. Gerade bei einer frühzeitigen Aufstellung des Abschlusses und Lageberichtes ist in vielen Fällen eine konkrete Prognose seriös nicht möglich. Hier könnte die aktuelle Planung einschließlich eines Hinweises auf die Unsicherheiten aufgrund der Pandemie wiedergegeben werden.

Viele Einrichtungen sind durch die aktuelle Situation so stark betroffen, dass darüber nachgedacht werden muss, inwieweit eine Fortführung der Tätigkeit möglich ist. Wirtschaftsprüfer haben hier über „entwicklungsbeeinträchtigende Tatsachen“ oder sogar über „bestandgefährdende Tatsachen“ zu berichten. Bei der Frage nach der Entwicklungsbeeinträchtigung oder Bestandsgefährdung sind die öffentlichen Stützungsmaßnahmen in die Überlegungen mit einzubeziehen. So sind insbesondere für Krankenhäuser und soziale Einrichtungen eine Reihe von Maßnahmen vorgesehen, die die oben genannten Situationen gerade verhindern sollen.

Kommt der Vorstand oder die Geschäftsführung gleichwohl zu der Erkenntnis, dass die Auswirkungen der Pandemie so gravierend sind, dass von einer Fortführung der Unternehmenstätigkeit nicht mehr ausgegangen werden kann, ist von der Going Concern -Prämisse abzukehren. In diesem Fall wird das Stichtagsprinzip durchbrochen.

 

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