Die COVID-19 Pandemie zu Beginn des Kalenderjahres 2020 stellt Volkswirtschaften und Unternehmen weltweit vor existenzbedrohende Herausforderungen. Neben der Diskussion über europäische Maßnahmenpakete hat das BMF Soforthilfen, Stabilisierungsfonds und Kreditprogramme in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Hinzu kommt die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30. September 2020 für im Rahmen der COVID-19 Pandemie in Bedrängnis geratene Unternehmen.

50 MILLIARDEN EURO SOFORTHILFE
Bei der Soforthilfe des Bundes handelt es sich um einen über Bundes- und Landesbehörden sowie Investitionsbanken der Länder ausgezahlten, nicht zurückzuzahlenden, Betriebskostenzuschuss für Kleinunternehmen und Soloselbstständige. Die Soforthilfe beträgt 9.000 EUR bis 15.000 Euro aus Bundesmitteln und kann durch die Bundesländer individuell ergänzt werden.

AUSSETZUNG DER INSOLVENZANTRAGSPFLICHT
Um in Bedrängnis geratenen Unternehmen ausreichende Flexibilität zu geben, staatliche Hilfen zu beantragen und Sanierungsbemühungen voranzutreiben, wurde durch das Bundesjustizministerium (rückwirkend zum 1. März 2020) die Insolvenzantragspflicht bis zum 30. September 2020 ausgesetzt. Somit haften Geschäftsleiter während der Aussetzung der Insolvenzantragspflichten nur eingeschränkt für Zahlungen, die sie nach Eintritt der Insolvenzreife des Unternehmens vornehmen. Es ist jedoch erforderlich, dass Aussichten auf eine Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit bestehen. Antragspflichtige Unternehmen sollen die Gelegenheit erhalten, ein Insolvenzverfahren durch Inanspruchnahme staatlicher Hilfen, gegebenenfalls aber auch im Zuge von Sanierungs- oder Finanzierungsvereinbarungen, abzuwenden.

EXISTENZIELLE RISIKEN
Die Vereinfachung von Risikoprüfungen und Lockerungen bürokratischer Hürden birgt Compliance Risiken hinsichtlich der Auszahlung finanzieller Mittel durch die Behörden des Bundes und der Länder:

  • Insolvenzen waren bereits vor dem 1. März 2020 bekannt, wurden jedoch vorher nicht fristgerecht gemeldet.
  • Unternehmen legen falsche Kennzahlen vor, um von den zuvor genannten Programmen des Bundes und der Länder zu profitieren. Dazu zählt die falsche Darstellung der tatsächlichen Größe des Unternehmens/der Unternehmensgruppe in Bezug auf Mitarbeiterzahlen, den Umsatz, die Löhne und Gehälter oder des Verschuldungsgrads sowie der Existenz am Markt.
  • Urkundenfälschung durch die Vorlage falscher Unterlagen.
  • Verstöße gegen haushaltsrechtliche und verwaltungsrechtliche Anforderungen.
  • Sofern Vergleiche zu vorherigen Geschäftsjahren angestrebt werden, können bereits bekannte finanzielle Schwierigkeiten verschleiert worden sein.
  • Unlautere wirtschaftlich Berechtigte nutzen die Chance zur einfachen Liquiditätsbeschaffung oder Veruntreuung von Fördermitteln.

IHR MEHRWERT DURCH DIE FORENSIC, RISK & COMPLIANCE DER BDO
Unser erfahrenes und interdisziplinäres Expertenteam unterstützte bereits in den vergangenen Jahren weltweit agierende Institutionen und nationale Behörden bei der Beurteilung der Förderfähigkeit bzw. bei der Aufdeckung von betrügerischen Handlungen im Rahmen der Vergabe von Fördermitteln und von Krediten. Im Rahmen der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen bieten wir durch Hintergrundrecherchen und Compliance Checks in Bezug auf die Erfüllung der Förderkriterien die Möglichkeit, Unternehmenskennzahlen rückwirkend zu prüfen und hinsichtlich einer Qualifikation für Fördermittel zu beurteilen. Unsere Experten verfügen über das erforderliche betriebswirtschaftliche Know-how, Kenntnisse im Bundes- und Landeshaushaltsrecht sowie im Bereich der Förderprogramme.

Darüber hinaus verfügen unsere Experten im Bereich Business Intelligence über langjährige Erfahrungen bei der Identifikation wirtschaftlich Berechtigter, Unternehmensverflechtungen mit Hinblick auf korruptive Strukturen und Beteiligungen an Gerichtsverfahren.

 

 
 
 
 

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