Ausgangssituation

Mit der Verabschiedung des COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetzes ist ein erster Schritt zur Abmilderung der Folgen der Corona-Krise getan. Zielsetzung ist, das Gesundheitswesen in den täglichen operativen und finanzwirtschaftlichen Herausforderungen, die im Zusammenhang mit COVID-19 stehen, zu unterstützen. Dies erfolgt insbesondere durch die Kompensation von Einnahmeausfällen und Zuwendungen für notwendige Investitionen:

  • Ein Pauschalbetrag für Einnahmeausfälle in Höhe von 560 € pro Tag pro freiem Bett.
  • Ein Bonus in Höhe von 50.000 € für jedes mit Genehmigung der landesspezifischen Krankenhausplanungsbehörde geschaffene Intensivbett.
  • Für Mehrkosten, z.B. für Schutzausrüstungen, einen Zuschlag je Patient in Höhe von 50 €.
  • Der Pflegeentgeltwert wird von ursprünglich 146,55 € auf 185 € pro Belegungstag erhöht.
  • Der Fixkostendegressionsabschlag wird für das Jahr 2020 ausgesetzt.
  • Die Rechnungsprüfung durch den MD wird auf eine maximal zulässige Prüfquote von 5 % reduziert.
  • Die Liquidität der Krankenhäuser wird durch eine auf fünf Tage verkürzte Zahlungsfrist gestärkt.
  • Aussetzung bestimmter Dokumentationspflichten und Sanktionen auf Basis der (PpUGV).
  • Vorfristige Auszahlung von Pauschalfördermitteln und deren zeitweise Verwendung für den laufenden Krankenhausbetrieb

 

Die Planungsmodelle der Krankenhäuser sind entsprechend um diese Veränderungen zu ergänzen.

Eine Integration und Quantifizierung der Maßnahmen in die BWA, das Controlling und das Liquiditätsmanagement sorgt dafür, dass die leistungswirtschaftlichen und liquiditätswirksamen Implikationen frühzeitig erkannt und etwaige Gegensteuerungsmaßnahmen rechtzeitig ergriffen werden können.

Zudem sind die internen und externen Gremien, wie Aufsichtsrat, Gesellschafter und Finanzierungspartner, hierdurch stets über die Entwicklung der Gesellschaft informiert und können auf dieser Basis Entscheidungen treffen.

Stresstest der Liquiditätsplanung: Das BDO-COVID-19 Prüfmuster

Angesichts der ungewissen Dauer und weiteren Entwicklung der Krise besteht insbesondere für Vorstände und Geschäftsführer die Frage, wie sie sich angesichts der gegenwärtigen Situation verhalten sollen, um z.B. Haftungsrisiken zu vermeiden (vgl. hierzu auch den Beitrag zum COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetz in diesem Newsletter).

Mit unserer Expertise in Krankenhäusern plausibilisieren wir Ihre Wirtschafts- und insbesondere Ihre Liquiditätsplanung mit einem eigens für die COVOD-19 Pandemie geschaffenen Stresstest für Krankenhäuser.

Wir prüfen sowohl die der Planung zugrunde liegenden Annahmen und Prämissen vor dem Hintergrund des COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetzes als auch die technische Umsetzung der Planung. Da die Maßnahmen des COVID-19-Krankenhausgesetzes zum Teil erheblichen Einfluss auf die Liquiditätssituation der Einrichtungen haben, empfehlen wir den Stresstest sowohl finanziell gut aufgestellten Krankenhäusern, als auch Einrichtungen im Restrukturierungsprozess. Hierdurch können Sie etwaige Liquiditätsunterdeckungen frühzeitig identifizieren und entsprechende Maßnahmen proaktiv einleiten. Das BDO-COVID-19 Prüfmuster untersucht die folgenden Positionen und kann bei Bedarf individuell angepasst werden:

Inhaltlicher Stresstest

Der inhaltliche Stresstest prüft die planerische Umsetzung der gesetzlichen Neuregelungen im Hinblick auf folgende Fragestellungen:

  • Finden die gesetzlichen Änderungen gemäß des COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetzes in der Planung umfänglich Berücksichtigung?
  • Sind die der Planung zugrunde liegenden Annahmen und Prämissen plausibel gewählt und korrekt umgesetzt?
    • Wurden die Maßnahmen erfolgswirksam berücksichtigt?
    • Welche Effekte ergeben sich für die Liquidität?
    • Prüfung der Kalkulationsbasis; beispielsweise der freien Betten, Fallzahlen und den zusätzlichen Intensivkapazitäten
    • Wie wird die Rückkehr zum „Normalzustand“, z.B. Aufholung elektive Maßnahmen, berücksichtigt?
    • Wie sind weitere geplante Maßnahmen, z.B. Stationsschließungen eingearbeitet?
  • Welche Auswirkungen haben die gesetzlichen Änderungen auf die Basisplanung und den IST-Stand?
  • Wurden unterschiedliche Szenarien z.B. hinsichtlich des Liquiditätszuflusses bzw. unterschiedlicher Kapazitäten gerechnet?  Sind diese plausibel?
  • Welche Implikationen ergeben sich für Investitionsvorhaben?
  • Wurden Maßnahmen im Rahmen des Liquiditätsmanagements, z.B. Bankenkredite, Steuerstundung etc. getroffen? Wie/wann erfolgt eine Rückführung?

Technischer Stresstest

Der technische Stresstest prüft die Umsetzung der gesetzlichen Neuregelungen; insbesondere im Hinblick auf folgende Fragestellungen:

  • Wie ist das bestehende Planungstool aufgebaut und strukturiert?
  • Wird die Planung fortlaufend aktualisiert? Durch wen erfolgt diese Aktualisierung?
  • Auf welche Daten und Informationen wird in der Planung aufgesetzt?
  • Ist die Planung rechnerisch plausibel?

Auf Basis der Analysen des Stresstests wird eine Stellungnahme hinsichtlich der inhaltlichen und technischen Plausibilität vorgenommen. Diese gibt Ihnen, Ihren Gremien und Banken die Sicherheit, dass Ihre Liquiditätsplanung ein valides Bild der Liquiditätssituation vermittelt. Die Ergebnisse des Stresstests werden in Berichtsform dargestellt, sodass Ihnen eine strukturierte Übersicht unserer Erkenntnisse vorliegt. Der Bericht beinhaltet:

  • Eine Übersicht über die gesetzlichen Änderungen,
  • die finanzielle Ist-Situation (GuV und Cash Flow),
  • eine Übersicht der Szenarien mit Darstellung der Annahmen und Prämissen,
  • eine Darstellung der Liquiditätsverläufe in den einzelnen Szenarien und
  • eine abschließende Einschätzung zur Plausibilität der Liquiditätssituation.

Neben dem Stresstest unterstützen wir Sie auch gerne bei der Kalkulation von unterschiedlichen Szenarien (hier können beispielsweise der Auszahlungszeitpunkt sowie Kapazitäten flexibilisiert werden) und bieten Ihnen bei Bedarf voll-integrierte Planungsmodelle, sodass die Auswirkungen des COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetzes auf GuV-, Bilanz- und Cash Flow-Basis stets transparent dargestellt sind.

Aktuelles rund um Covid-19

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