KAPITEL 1:
AGIL DENKEN

KAPITEL 2:
AGIL HANDELN

KAPITEL 3:
AGIL WACHSEN

Kapitel 2

Agil handeln

Agil zu denken, ist nur der erste Schritt – Erst agil zu handeln, führt zu Fortschritten. Was genau dazu im Arbeitsleben nötig ist, lesen Sie im folgenden Kapitel.

Bevor Sie weiterlesen: Agilität ist nicht nur im Berufsleben einsatzfähig. Manche Menschen haben das Mind-Set auch schon in ihrem Privatleben umgesetzt. Einige Beispiele können Sie bereits hier bestaunen:

Agile Teams

Mit einem agilen Mind-Set ist der erste Schritt getan. Strukturelle Begebenheiten wie strenge Hierarchien und ein statisches Projektvorgehen hemmen aber häufig agile Entwicklungen. Beginnen wir also mit einem einzelnen Team, das agil arbeitet. Agile Teams bei BDO setzen sich aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit ganz individuellen Kompetenzen zusammen. Grundlegend besteht es aus drei Teilen.

Product Owner

Der Product Owner kümmert sich darum, dass die Kundinnen und Kunden ein zufriedenstellendes Produkt erhalten. Er ist verantwortlich für die Vision, Umsetzung und Weiterentwicklung des Produktes. Er hat alle Tätigkeiten des Projektteams im Blick und überprüft, ob die Ergebnisse mit dem Vorhaben übereinstimmen.

Team Master

Aufgabe des Team Masters ist es, genau zu definieren, welche Aufgaben zum Erreichen des Ziels notwendig sind. Er ist das Bindeglied zwischen Product Owner und dem Projektteam. Das bedeutet, er organisiert die Arbeitsphasen, setzt Ziele und identifiziert Schwierigkeiten im Projektverlauf.

Das Projektteam

Das restliche Team setzt sich aus allen anderen Rollen zusammen. In Software-Projekten finden sich hier z. B. Developer und UX-Designer. Ein Team zu einem Marketing-Projekt besteht stattdessen aus z. B. Designern und Textern. Je nachdem, welches Projekt verfolgt wird, setzt sich das Team aus anderen Expertinnen und Experten zusammen.

Agil arbeiten mit SCRUM

Eine mögliche Methode des agilen Arbeitens ist SCRUM. Das Ziel der SCRUM-Methode ist das sogenannte Inkrement, das Produkt. Das eigentliche Projekt wird in Teilphasen und Teilprodukte untergliedert. In jeder dieser Teilphasen werden die Ergebnisse gemeinsam mit den Kundinnen und Kunden analysiert und geprüft. Das Ziel von SCRUM: Die Lieferung des Inkrements, also eines zufriedenstellenden Produktes.

Wie das funktioniert, sehen Sie auf der nächsten Seite.

Im Product Backlog werden alle Anforderungen an das erwartete Ergebnis abgespeichert. Das Product Backlog wird im Verlauf der Arbeit stetig weiterentwickelt, korrigiert und vor allem priorisiert. Der Team Master löst aus der Liste der Anforderungen ein Element heraus. Dieses ist dann der nächste Arbeitsschritt und wird im Sprint Planning näher beschrieben.
Die kleinere Einheit des Product Backlog ist der Sprint Backlog. Hierin beschreibt der Team Master die notwendigen Arbeitsschritte genauer. Anschließend verteilt er oder sie die Aufgaben an die Verantwortlichen des Projektteams.
Im Sprint arbeitet ein Team ausschließlich an den vorher definierten Arbeitsschritten. Ein Sprint dauert ca. 30 Tage und zielt auf die Fertigstellung eines funktionsfähigen Produkt(teil)s ab – dem Inkrement.
Der Daily Stand-up findet während des Sprints einmal am Tag statt. Innerhalb von 15 Minuten erläutert und reflektiert das Team die bisherigen Arbeitsschritte. Da das Daily Stand-up regelmäßig durchgeführt wird, tauscht sich das Team ausschließlich über die aktuellsten Neuigkeiten aus.
Am Ende eines Sprints wird – gemeinsam mit den Kundinnen und Kunden – der gesamte Arbeitsverlauf in einem Review Meeting aufgearbeitet und reflektiert. Es wird ausschließlich das fertige Produkt(teil) präsentiert. So ist es möglich, ein authentisches Feedback der Kundinnen und Kunden einzuholen. Die Erfahrungen aus dem Review Meeting fließen unmittelbar in den nächsten Sprint ein. Der Kreislauf beginnt von vorne.

Agile Methoden

SCRUM ist nur eine agile Vorgehensweise von vielen – Doch die Wahl der richtigen Methode ist ausschlaggebend für den Erfolg. Die richtige zu finden, ist aber bei der großen Auswahl gar nicht einfach. Welche Methoden es über SCRUM hinaus gibt, lesen Sie unten.

Die bekannteste agile Methode neben SCRUM ist Kanban. Nach dem Slogan „Stop Starting – Start Finishing“ geht es darum, Aufgaben zu priorisieren und nacheinander fertigzustellen. Zentral ist dafür das Kanban-Board: In mehreren Spalten (zum Beispiel Backlog, Testing) zeigen Post-Its übersichtlich, welche Aufgaben als nächstes zu bearbeiten sind.

Die UP-Methode ist in vier zeitliche Phasen unterteilt: die Vorbereitung (Inception), die Software-Strukturierung (Elaboration), die Software-Erstellung (Construction) sowie die Übergabe (Transition). Wie die Namen bereits andeuten, wird die Methode hauptsächlich in der IT verwendet. Auch UP ist wie SCRUM iterativ, also wiederholend, aufgebaut.

Agile Methoden wie SCRUM oder Kanban funktionieren in kleinen Teams tadellos – nicht aber bei großen Projekten und Teams. Die Methoden bilden dann häufig nur einen Teil des Projektes (z. B. das Design der App) ab – Ein Gesamtüberblick ist nicht möglich. Abhilfe schaffen eigens dafür konzipierte Frameworks wie Safe, Less oder Nexus.

Schöne neue agile Welt?

Agilität stellt also alles auf den Kopf, was noch vor einigen Jahren gängig war? – Natürlich nicht. Traditionelle Methoden haben sich lange bewährt und werden nicht aussortiert. Anstatt alte Vorgehensweisen aus dem Methodenkanon zu streichen, wird der eigene Erfahrungsschatz mit agilen Methoden erweitert. So sind z. B. erfahrene Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer ohne agile Vorkenntnisse nicht aus einem agilen Team ausgeschlossen. Vielmehr professionalisieren sie das Team durch ihr fachliches Know-How und ihr Sachverständnis. Aufgabe der einzelnen Teams ist es, individuell für jedes Projekt die passende Methode zu finden.

Ein Beispiel: Eher konventionelle Kundinnen und Kunden, die lineare Herangehensweisen vorziehen, schätzen mitunter klassische Methoden wie ein Projektplan und Meilensteine.

Mehr dazu finden Sie auch im Artikel von IT-Daily.

Nicht entweder… oder!

Agilität ist abstrakt und provoziert Missverständnisse. Verschiedene Unternehmen interpretieren Agilität anders und nutzen andere Methoden. Trotzdem gelangen sie zum gleichen Ziel. Im Folgenden wird mit fünf klassischen Missverständnissen aufgeräumt.

Agil handeln

Mit agilen Methoden zu arbeiten, kann eine Reihe von Vorteilen für Unternehmen mit sich bringen. Aber: Jedes Projekt und jedes Team ist anders. Agilität löst klassisches Projektmanagement nicht ab, beide haben ihre Berechtigung. Welche Methode die geeignetste ist, hängt von unzähligen Faktoren und Rahmenbedingungen ab – Die Wahl ist immer individuell.

Sie möchten mehr zu agilen Methoden wissen? Hier finden Sie einige Tipps für spannende Podcasts zum Thema. Hören Sie doch einmal hinein.

https://meinscrumistkaputt.de

https://soundcloud.com/the-agile-pubcast

https://scrum-master-toolbox.org

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